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Beliebter Kunstort bleibt erhalten
Sabine Röske übernimmt die Berliner Graphikpresse in der Gabelsberger
Straße
Von Matthias
Busse
Werke von mehr als 40 Künstlern vereint die aktuelle Schau der Galerie
der Berliner Graphikpresse. Trotz der Fülle, die von Altenbourg bis
Wienckowski reicht und Grafik, Zeichnungen, Gemälde und Plastiken
umfasst, ergibt sich ein stimmiges Bild. Im ersten großen Raum sind
expressive, flächig angelegte Ansichten von Malern zu sehen, die meist
der Ostberliner Szene zuzurechnen sind: Wolfgang Leber, Hans Otto
Schmidt, Klaus Roenspieß, Lothar Böhme, Paul Kuhfuss, Manfred Böttcher
oder Hans Vent.
Die dabei erreichte Einheit ist vor allem dem im Mai verstorbenen
Galeriegründer Peter Röske zuzurechnen. Einige der von ihm vertretenen
Künstler hätten die Idee zu dieser Schau gehabt, die dem Andenken Röskes
gewidmet ist, erzählt seine Frau, Ursula Röske. Die ihn kannten,
schätzten ihn vor allem als Kunstvermittler. Seine Editionen, die er
bereits seit den 80ern als Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft
herausgab, sind noch von vielen bezahlbar. 400 Euro für das in nur 90
Exemplaren erschienene Grafikbuch »Walpurgisnachtstraum« sind wenig, da
zusammen mit Shakespeare-Texten zehn Original-Radierungen von Harald
Metzkes gebunden sind. Preiswert auch das letzte, 2003 erschienene
Grafikbuch mit sechs Lithographien des Bildhauers Horst Engelhardt, das
für 160 Euro angeboten wird. Doch selbst das teuerste Bild in der
aktuellen Schau – ein Ölgemälde von Otto Niemeyer-Holstein – fand für
4800 Euro bereits einen Käufer. »Kunst sollte erschwinglich bleiben«,
erinnert Röskes Frau an Maxime des Galeristen.
Eigentlich war der promovierte Chemiker selbst Sammler. Als sein
Arbeitsplatz zum DDR-Ende unsicher wurde, machte er seinen lang gehegten
Wunsch von der eigenen Galerie wahr. Sein damaliger Geschäftspartner,
Ekkehard Hellwich, erhielt dazu noch in den letzten Monaten der DDR, am
26. Februar 1990, eine Erlaubnis. Später trennten sich beide. Inzwischen
hat Hellwichs Sohn Raik die »Graphikpresse« in der Danziger Straße 219
übernommen. Die »Berliner Graphikpresse« von Röske soll ebenfalls von
der nächsten Generation fortgeführt werden. Nach Ermunterung durch
Sammler aus ganz Deutschland habe sich Tochter Sabine Röske
entschlossen, das Geschäft im Januar 2005 zu übernehmen. Bis dahin will
die 26-Jährige ihr Studium der Germanistik und Publizistik abschließen.
Davor möchte Ursula Röske am 14.9. eine Ausstellung mit Gemälden von
Otto Niemeyer-Holstein und Ernst Hassebrauk aus Dresden eröffnen.
Freunden der Kunst bleibt diese Galerie also erhalten. Dagegen haben
andere auf ostdeutsche Künstler spezialisierte Orte bereits geschlossen,
wie kürzlich die Galerie Hintersdorf in Mitte.
Bis 7.8., Di.-Fr. 13-19, Sa. 11-15 Uhr, Gabelsberger Str. 6,
Friedrichshain. Tel.: 42012440 |